• Fühlen

Warum wir so fühlen wie wir fühlen und was daran so wertvoll für uns ist!

Ein Gastbeitrag von Thomas Buhl

Erlebst du solche Momente auch?

  • Du gehst shoppen, stehst an der Kasse, und du nimmst den Duft des Parfüms der Person vor dir wahr, und du erinnerst dich an Zeiten, als du diesen Duft öfters gerochen hast und spürst genau, wie du dich damals gefühlt hast!
  • Oder du ließt eine Passage in einem Buch und wirst traurig und hast das Gefühl, du könntest weinen!
  • Du hörst einen alten Song im Radio, und deine gerade noch trübe Stimmung hebt sich und du bist wieder gut drauf! Oder umgekehrt!

In der Regel vergessen wir solche Momente und unsere Reaktionen darauf sehr schnell wieder. Aber, halte kurz inne: was passiert mit uns, oder besser, in uns, wenn vermeintlich bedeutungslose Augenblicke den direkten Draht zu unseren Emotionen finden?
Was sich dort bemerkbar macht, sind unsere somatischen Marker. Sie bilden unser emotionales Gedächtnis. Der Wissenschaftler Antonio Damasio hat die Theorie der somatischen Marker postuliert. Die Macht unseres Körpergedächtnisses ist kolossal. Stelle dir vor: alles, was du bisher in deinem Leben erlebt hast, aber auch wirklich alles, ist in deinem Körpergedächtnis abgespeichert. Und anhand dieser emotionalen Erinnerungen bewerten wir unsere zukünftigen Erlebnisse. Was wir auch erleben und noch erleben werden, färben wir anhand unserer gefühlten Erfahrungen ein, bewerten es emotional in Bruchteilen einer Sekunde. Ohne, dass es uns bewusst ist: wir haben dann halt eine Meinung, so ein Gefühl!

Selbstcoaching

Nur nebenbei: Angst speichern wir auch anhand somatischer Marker im Körpergedächtnis und können sie, sobald wir uns fürchten, regelrecht spüren. Und je nachdem, wie unsere Kindheit, unsere Jugend, tja, unser ganzes bisheriges Leben halt, verlaufen ist, sind wir von schönen, von weniger schönen und gar hässlichen Erlebnissen geprägt. Tief in unserem emotionalen Gedächtnis verankert, steuern unsere Lebenserfahrungen auch unsere Gedanken. Das ist auch der Grund, warum es fast unmöglich ist, die eigenen negativen Gedanken umzudenken. Die tief verwurzelte emotionale Färbung lässt es nicht zu.
Und so erleben wir immer wieder Situationen, für die wir keine Lösungen haben, nicht weiterkommen und auf der Stelle treten. Während andere an uns vorbeiziehen und fast spielerisch die Hürden nehmen, vor denen wir kapitulieren, fragen wir uns: was ist eigentlich los mit mir?

Die Antwort ist einfach: wir sind die Summe unserer Erlebnisse. Unsere Erfahrungen lehren uns, dass wir so manche Hürde nicht meistern werden. Der Sieg ist uns nicht nur nicht sicher, er wird in diesem Fall nicht unser sein. Denn dazu müsste der wesentliche somatische Marker, der uns versagen, uns zurückweichen lässt, bearbeitet und im besten Fall gelöscht werden.
Stelle dir vor, was du alles tun könntest, wenn du in der Lage wärest, Einfluss auf dein Denken und dein Handeln auf emotionaler Ebene nehmen würdest.
Bevor ich dir erzähle, wie du dein emotionales Gedächtnis umschreiben kannst, um deine eigenen gefühlten Glaubenssätze zu verändern, empfehle ich dir zur Vertiefung die folgenden Artikel: Wie Somatische Marker unser Leben beeinflussen
Du wirst feststellen, dass wir wirklich eine Chance haben, auf unsere Emotionen und damit auf unser Leben positiven Einfluss zu nehmen. Mehr, als du es geahnt hättest. Welcher Schatz könnte kostbarer sein, als unsere alten Emotionen negativer Erlebnisse, die uns heute unbewusste wenn auch spürbare Grenzen setzen, in wertvolle Erfahrungen zu wandeln, um neue Wege zu gehen?

Moment? Unbewusst und dennoch spürbar? Ist das nicht ein Widerspruch? Nein! Auch wenn wir eine Grenze aufgrund körperlicher Empfindungen nicht überwinden – wir spüren Widerstand, etwas hält uns zurück, oder wir versuchen es gar nicht erst, muss diese Grenze selbst uns nicht bewusst sein. Wir überschreiten Sie einfach nicht, ohne es zu merken. Und wandeln dahin auf ausgetretenen Pfaden. Wie so oft im Leben.

Spürst du solche Momente auch?

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Nichts ist unmöglich – bleib bewusst!

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2017-09-22T17:21:51+00:00