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Bauchgefühl oder Verstand? Mit diesen 6 Schritten entwickelst du deine Intuition

Der Intellekt ist der Held der Neuzeit. Nur, indem wir Sachverhalte detailliert analysieren, meinen wir, zur bestmöglichen Entscheidung zu gelangen. Aber dem ist nicht so! Wir können die Zukunft nicht vorhersehen. Unser Verstand ist in der Art, wie wir ihn nutzen, für viele Probleme nicht mächtig genug. Die Intuition hingegen liefert uns die komplexesten Lösungen in Sekundenschnelle. Ohne nachzudenken, wissen wir, was richtig ist. Was du tun musst, um deine Intuition besser wahrzunehmen und zu nutzen, erkläre ich dir hier.

Intuition basiert auf puren Erfahrungen

Das Problem unserer Intuition ist: Sie tritt als ein Gefühl auf. Aber wir lernen von Kindesbeinen an, unsere Gefühle zu zähmen und uns nicht von ihnen leiten zu lassen. Die Vernunft soll regieren. So hat ein intuitives Gefühl keine Chance. Doch völlig zu unrecht! In unserem Bauchgefühl stecken jede Menge Erfahrungen. Die Datengrundlage für eine intuitive Entscheidung ist weitaus größer, als sie bei einer logischen Erörterung je sein könnte. Das Wunderbare an der Intuition ist, dass sie nicht getäuscht werden kann. Die Konsequenzen von Entscheidungen können wir schönreden: „Das hätte eh nie geklappt“ oder „besser wäre es nicht möglich gewesen“. Doch unsere Emotionen sind ehrlich. Enttäuscht uns das Resultat einer Entscheidung, sind wir traurig oder ärgerlich. Erreichen wir ein erwünschtes Ziel, sind wir glücklich und zufrieden. Und genau dieses unverdorbene Feedback speichert sich in unserer Intuition.

„Der intuitive Geist ist ein heiliges Geschenk und der rationale Verstand ein gläubiger Diener. Wir haben eine Gesellschaft geschaffen, die den Diener verehrt und das Geschenk vergessen hat.“
Albert Einstein

Sechs Schritte zu mehr Intuition

Der zentrale Punkt, um zu mehr Intuition zu gelangen, ist das Ablegen von Filtern. Wir nehmen ohnehin nur einen winzigen Teil unserer Umwelt wahr. Genau genommen sind es lediglich 3 bis 4 Prozent und diesen Teil unserer winzigen Wahrnehmung verzerren wir auch noch auf Basis unserer Glaubenssätze. Eindrücke werden so interpretiert, wie sie uns in den Kram passen. Treten wir in direkten, wahrhaftigen Kontakt mit unserer Umwelt, findet die Intuition ihren Raum. Lass dir bei der Umsetzung dieser Schritte Zeit und probiere sie nacheinander im wöchentlichen Rhythmus. Du wirst merken, dass sich bereits nach zwei Wochen erstaunliche Resultate einstellen.

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Schritt 1 – Prüfe deine Sinne

Wir benutzen unsere Sinne nur noch in eingeschränktem Maße. Schon lange ist es nicht mehr notwendig, einen Feind sich anschleichen zu hören oder von Weitem Beute zu erblicken. Durch tägliche Überlastung, Stress und unnatürliche Lebensbedingungen ist unser Wahrnehmungssystem außerdem abgestumpft. Darum musst du im ersten Schritt lernen, alle deine Sinne zu benutzen. Schenke ihnen mehr Aufmerksamkeit, frage dich mehrmals am Tag „Was sehe ich? Was höre ich? Was rieche ich? Was fühle ich? Was schmecke ich?“. Es klingt banal, aber so kannst du deiner Umwelt gegenüber ganz leicht achtsamer werden.

Schritt 2 – Werfe deine Glaubenssätze über Bord

In diesem Schritt geht es darum, wieder mehr Kind zu werden. Ein Kind nimmt die Welt unvoreingenommen wahr. Alles ist für es echt. Als Erwachsene haben wir feste Schemata aufgebaut, in die wir unsere Welt pressen. Religionen oder politische Überzeugungen sind sehr plakative Beispiele hierfür. Alle Informationen, die zu uns durchdringen, werden nicht als das wahrgenommen, was sie sind, sondern interpretiert, sodass sie zu unserer Weltsicht passen. Im zweiten Schritt geht es also darum, dir deiner Glaubenssätze bewusst zu werden, um sie dann fallen zu lassen. Trete wieder in echten Kontakt mit deiner Umwelt. Versetze dich zurück in den unvoreingenommenen Forschergeist, mit dem du als Kind die Welt kennengelernt hast.

Schritt 3 – Löse dich von Ausreden

Wir finden immer einen Grund dafür, warum wir gerade etwas so und nicht anders machen. Wir folgen einfach Regeln und Gesetzen, die uns vorgegeben werden – von unseren Eltern, unserem Chef, dem Gesetz oder der Moral. Im dritten Schritt musst du lernen, dich davon zu lösen. Fange an, selbst zu denken, und hinterfrage bestehende Vorschriften. Mache dir auf Basis deiner unvoreingenommenen Wahrnehmung ein eigenes Bild von der Welt und entscheide alleine für dich, was richtig ist. Diese Loslösung ist eine wahre Befreiung. Viele bekommen es hier aber mit der Angst zu tun, da ein schützendes Gerüst wegfällt.

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Schritt 4 – Erkenne deine echten Gefühle

Das Leben konfrontiert dich mit einer überwältigenden Vielfalt an Gefühlen. Die Spannweite von negativ bis positiv ist unglaublich groß. Doch auch Gefühle erlernen wir von unserer Umwelt. Ein Paradebeispiel hierfür sind Filme: Sie zeigen uns immer wieder, wie herzzerreißend eine Trennung ist, wie wahnsinnig verliebt man sein kann, und, wie abgrundtief Hass gehen kann. Solche Einflüsse drängen uns Pseudogefühle auf. Wir lernen, wie man in einer bestimmten Situation zu fühlen hat – und glauben das schließlich wirklich zu fühlen. Darum geht es im vierten Schritt um die Unterscheidung von echten Gefühlen, die aus deinem tiefsten Inneren kommen, und solchen, die dir anerzogen wurden. Es ist sehr schwierig deinem Bauchgefühl (dem ersten Impuls oder dem ersten Gedanken) zu folgen, wenn du dir nicht sicher sein kannst, dass es deins ist.

Schritt 5 – Folge deinen Instinkten

Nun bist du schon weit gekommen auf deinem Weg zur Intuition. Im fünften Schritt arbeitest du ganz nah an der Essenz. Instinkte sind etwas so ursprüngliches, wie die Intuition selbst. Sie weisen uns die Richtungen im Leben, die unserem Naturell entsprechen. Instinkte agieren auf verschiedenen Ebenen: Überleben, Liebe, Lust, Schutz usw. Wichtig ist im fünften Schritt, dass du die Instinkte den Bereichen zuzuordnen lernst. Denn nur dort sollen sie tonangebend sein. Wenn dein Überlebensinstinkt dich in Pseudoliebe an eine andere Person kettet, kann das nicht gut gehen. Ebenso musst du lernen, deine Instinkte freizulassen. Unterdrücke sie nicht, weil eine gewisse Norm es von dir verlangt. Deine Instinkte sind für dich da. Du darfst ihnen vertrauen.

Schritt 6 – Höre auf deine Intuition

Im sechsten und letzten Schritt geht es um die Intuition selbst. Sie ist schon da in dir. Hast du an dir gearbeitet gemäß der vorangehenden fünf Schritte, wird es dir immer leichter fallen, deine Intuition wahrzunehmen. So steht dir nun ein mächtiges Instrument zur Verfügung. Langes Abwägen und schwieriges Entscheiden sind häufig überflüssig, weil du die Antwort bereits kennst. Horche in dich hinein, der erste Impuls, der hochkommt ist es! Die Intuition kennt keinen Weg, sie weiß nur die Lösung. Darum geht es so einfach mit ihr. Schaffst du es mehr und mehr deiner Intuition zu folgen, wirst du ein zufriedeneres und leichteres Leben haben. Deine innere Stimme kann auf der Basis von Tausenden von emotionalen Erfahrungen besser vorhersehen, was dir guttut, als es irgendjemand sonst könnte.

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Nichts ist unmöglich – bleib bewusst!

2017-09-21T23:17:04+00:00

2 Kommentare

  1. Dagmar Ruth Vogel 18. August 2017 um 13:48 Uhr - Antworten

    Hallo Juraj,
    vielen Dank für diesen schönen Überblick über die Möglichkeiten, meine Intuition wieder mehr zu hören und ihr auch zu folgen.
    Sie ist eine unserer wichtigsten Ratgeberinnen. Auch im Business.
    Ich sollte immer zuerst auf das hören, was meine Intuition mir sagt und es dann mit dem Verstand und äußeren Rahmenbedingungen und Gegebenheiten abgleichen.

    • Juraj 18. August 2017 um 14:08 Uhr - Antworten

      Liebe Dagmar,
      das stimmt voll und ganz. Vor allem im Business neigen wir oft nur rational zu entscheiden, für Gefühle gibt es da wenig Raum. Interessant wird es, wenn man sich die Biographien großer Persönlichkeiten wie Unternehmer oder Wissenschaftler anschaut. Hier steht die Intuition ganz vorne auf deren Rangliste.

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